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Obstwiesen

Ein wichtiger Baustein der Kulturlandschaft der Eifel sind die Obstwiesen und -weiden, eine traditionelle Form des Obstbaus. Als Übergang vom Dorf zur Feldflur und auch in Wiesentälern sind sie bedeutsam, gekennzeichnet durch hochstämmige Obstbäume meist unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Arten und Sorten, die auf gemähten oder beweideten Flächen stehen. Die große Sortenvielfalt, eine hohe Tier- und Pflanzenvielfalt und die oft damit einhergehende extensive Bewirtschaftung sowie das damit verbundene Landschaftserlebnis ergibt eine enorme Vielfalt der Obstwiesen. Die Baumdichte auf Obstwiesen beträgt in Abhängigkeit von den Obstarten 60 bis 120 Bäume pro Hektar wenig im Vergleich zu Obstplantagen, wo bis zu 3.000 Bäume pro Hektar üblich sind.

Für eine Obstwiese eignen sich nur robuste, veredelte oder unveredelte Hochstämme. Die Sortenvielfalt hat stets einen regionalen Bezug und ergibt mit dem sehr hohen Spezialisierungsgrad unterschiedlicher Standorte und Nutzungen das Genreservoir alter regionaler Obstsorten.
Der landschaftsschützerische Aspekt spielt hier auch eine Rolle. Obstbäume können den Boden an Hängen festhalten, sodass eine Weidewirtschaft nachhaltig durchführbar ist. Zudem wirken die Obstgartengürtel um die Dörfer als Windschutz. Extreme Temperaturen werden abgeschwächt und die Windgeschwindigkeit vermindert. Durch Überalterung und mangelnde Pflege sind in den letzten Jahren immer mehr zusammenhängende Obstgartenbestände aus der Kulturlandschaft verschwunden. Daraus ergibt sich ein hoher Handlungs- und Schulungsbedarf, will man langfristig die wertvollen Lebensräume der Obstwiesen erhalten.

Bis in die 1940er Jahre gab es in der Eifel sogenannte Baumwarte. Sie lebten und arbeiteten vor Ort in den Gemarkungen und Dörfern und waren Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Obstwiesen. Sie standen aber nicht nur mit Rat und Kenntnissen zur Verfügung, sondern pflegten auch im Auftrag der Landnutzer aktiv deren Bäume. Zukünftig sollten derartige Fachleute wieder verstärkt ausgebildet und eingesetzt werden und als Netzwerk aus Ansprechpartnern zur Pflege und zum Erhalt der Obstwiesen beitragen.

Die Nachfrage nach regional nachhaltig erzeugten Produkten wie Tafelobst, Obstbränden und Obstsäften steigt deutlich an und stellt somit einen wachsenden Wirtschaftsfaktor dar.

 

 

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