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Nutzgarten

Während der Garten heute vielmehr Raum für Erholung und „Kunstflächen“ bietet, so war der typische Bauerngarten in der Eifel, der fast an jedem Haus zu finden war, hauptsächlich ein Nutzgarten. Neben der Feldwirtschaft, der Viehzucht und der Waldnutzung diente der Gartenbau als vierter Pfeiler der bäuerlich-ländlichen Selbstversorgung. Zur Deckung des lebensnotwendigen Eigenbedarfs, teils wurden die erzeugten Produkte auch weiterverkauft.

Auffällig für die Gärten waren das große Artenreichtum und die vielfältigen Funktionen der Pflanzen als Lebensmittel, Gewürze,  Heilkräuter, Zierpflanze, Färbemittel, Duftpflanze oder auch als magisches Gewächs. Der größte Bereich wurde meist für den Gemüseanbau genutzt, insbesondere Gemüsesorten wie Möhren, Kohlrabi, Lauch, Zwiebeln, Rote Beete, Spinat und Dicke Bohnen wurden häufig gepflanzt. Dagegen wurde Gemüse wie Kartoffeln, Rot- und Weißkohl weniger in Nutzgärten als eher auf dem freien Feld angebaut. Neben der Funktion als Nahrungsmittel dienten manche Pflanzen auch als Heilmittel. An der schützenden Hauswand war oft ein Heilkräuterbeet angelegt mit Kräutern wie Eibisch, Frauenkraut, Fingerhut und großblütige Königskerze. Des Weiteren gab es ein Beet für Gewürzkräuter, die als Küchen- und Heilkräuter dienten. Dazu gehörten Kräuter wie Zitronenmelisse, Liebstöckel und Salbei.

Umgeben waren die Gärten oftmals von Ziersträuchern und an der Wetterseite schützten höhere Pflanzen wie Flieder, Forsythien, Weigelien, Deutzien, Falscher Jasmin und Pfingstrosen die Bette vor Regen und starker Sonneneinstrahlung. Überdies gab es weitere Zierpflanzen, die die Beete schmückten.

Für die Begrenzung und begehbaren Flächen der Gärten wurden regionale Materialien verwendet. So wurden Zäune, Wege, Beeteinfassungen und die Pforte aus Holz, Steinen und Platten aus der Natur gefertigt. Für Beeteinfassungen wurden gelegentlich Dachziegel oder eine einfache Buchsbaumhecken, sogenannte „Pälmen“ verwendet. Kleinere Pfade im Garten wurden mit Kies oder zermahlener Gerberlohe (Eichenrinde) bedeckt.

Aufgrund des steigenden Umweltbewusstseins und des steigenden Wunsches zu wissen, woher Produkte kommen, besinnt man sich heutzutage wieder verstärkt auf alt bewährte Techniken und Methoden im Gartenbau. Eigenversorgung und das Bedürfnis nach Natürlichkeit und ländlicher Idylle lässt den Typus Bauerngarten wieder aufleben.

 

 

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