Die Hecken schützen das Gebäude wie eine aussenliegende Dämmschicht
Die Hecken schützen das Gebäude wie eine aussenliegende Dämmschicht

Einfriedungen

Klimatisch bedingt hat sich in der Eifel, insbesondere im Teillandschaftsraum des Monschauer Heckenland, eine regionale Besonderheit in den Einfriedungen entwickelt. Die baumlosen Eifelhochflächen östlich des Hohen Venns im Grenzland zu Belgien sind starken, im Winter eiskalten Westwinden ausgesetzt. So war und ist in diesem Landschaftraum ein besonderer Schutz des Bodens und der Häuser notwendig, welche mit der Anlage von Buchenhecken gewährleistet werden sollte.

Diese Hecken unterscheiden sich in zwei Arten:

 

Hausschutzhecken
Diese Hecken schützen die Häuser wie eine grüne Mauer vor Wind und Wetter und bieten so eine außenliegende „natürliche“ Dämmung des Wohnraums. Im Zusammenspiel mit den tiefgezogenen Dachflächen wird dieser Effekt noch verstärkt. Sie schützen zudem bei Häusertypen wie dem Winkelhof die Nutzbarkeit der Hofflächen. Die Buchenhecken wachsen ca. 0,7 bis 1 m dick und 6 bis 10 m hoch und ragen damit teilweise über die Häuser. Ihre Länge kann über 40 m betragen. Stabilität erreicht die Hecke durch eine sorgfältige Durchflechtungstechnik und regelmäßigen Beschnitt.
Die Hecken behalten das verdorrte Laub aus dem Vorjahr bis ins nächste Frühjahr hinein und sind somit den gesamten Winter über windschutztauglich. Im Sommer hingegen spenden sie Schatten und haben einen kühlenden Effekt.

 

Flurhecken
Auf vielen Kilometer Länge begrenzen die Flurhecken, die Flurstücke. Sie schützen die Felder vor benachbartem Weidevieh, ersetzen Zäune und Stacheldrähte und bieten zudem Lebensräume für Nagetiere und Raststätten für Zugvögel. Die Windgeschwindigkeiten werden gebremst, somit die Bodenerosion vermindert und die Felder vor Austrocknung geschützt. Die Flurhecken zeigen häufig sogenannte „Durchwachser“, aus der Hecke herauswachsende Einzelbäume, welche als Brennholz und deren Früchte als Tierfutter genutzt werden.
Diese besondere Art der Anpassung an die klimatischen Gegebenheiten prägt noch heute maßgeblich das regional typische Ortsbild der Dörfer und der Landschaft. Der Eindruck des Straßenraums wird durch die Farbe der teilweise meterhohen Buchenhecken gemäß den Jahreszeiten verändert und belebt. Die ausgeprägte Formenvielfalt bildet unter anderem Torbögen und Fensteröffnungen aus und erlaubt Durchtritte und -blicke.

 

 

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