LEADER-Region Eifel NRW
LEADER-Region Eifel NRW

LEADER-Projekt Eifel NRW Planen, Bauen und Gestalten - Baukultur und Dorfgestaltung

Die Erhaltung und Weiterentwicklung des baukulturellen Erbes unserer Dörfer ist elementarer  Bestandteil der Profilierung der Region Eifel und eines der Hauptanliegen des LEADER-Projektes „Planen, Bauen, Gestalten-Baukultur und Dorfgestaltung“. Das baukulturelle Erbe mit den über die Jahrhunderte gewachsenen Dorfbildern prägt die kulturelle Identität und definiert das Unverwechselbare eines jeden Dorfbildes. Hohe Bauqualität drückt das Selbstverständnis von Stadt, Dorf und Region und ihrer Bürger aus und ist in der Konkurrenz der Städte und Dörfer ein wesentlicher Teil des Images und der Attraktivität einer Region. Demografische und agrarstrukturelle Umbrüche, geänderte Nutzungsansprüche an Raum und Lebensort sowie gewandelte Wertvorstellungen zeigen den Strukturwandel der Dörfer und Regionen. 

Unverzichtbar ist es, das baukulturelle Erbe in unseren Dörfern bewahrend zu erhalten und mit neuem Leben zu erfüllen. Ebenso wichtig ist es auch, das neue Bauen im ländlichen Raum, im Dorf, sei es in der Baulücke oder im Neubaugebiet am Rande des Dorfes qualitätsvoll zu gestalten. Beliebige Material- und Formensprache, ortsfremde Gestaltungen im öffentlichen Raum können die dörfliche und regionale baukulturelle Identität empfindlich stören.


Neues Bauen im Eifeldorf ist kreatives Bauen, jeder Neubau, jedes An- und Umbauen, jede Maßnahme im öffentlichen Raum sollte Teil einer ganzheitlichen Betrachtung sein. Bei dem neuen Bauen und Gestalten im Dorf geht es nicht um Rekonstruktion oder historisierendes Nachbauen des Vorhandenen. Qualitätsvolles Bauen und Gestalten ist dann als gelungen zu betrachten, wenn man der Architektur und dem Städtebau ansieht, dass sie aus unserer Zeit stammen und sich gut in die Formensprache des Dorfes und der Region einfügen.

Abbildungen der LEADER-Region Eifel und der beteiligten Gemeinden und Städte sind in der Bildleiste zu sehen!

 

Wo liegt die LEADER-Region Eifel NRW?

Die LEADER-Region Eifel NRW liegt im Südwesten Nordrhein-Westfalens an der Grenze zu Rheinland-Pfalz und Belgien. Die Region umfasst ganz oder teilweise 15 Städte und Gemeinden im Kreis Düren, Kreis Euskirchen und der Städteregion Aachen. In dem 1.475 km² großen Gebiet mit ländlichem Charakter leben circa 170.000 Einwohner, was einer Bevölkerungsdichte von 115 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. Innerhalb dieser Region sind 275 Ortsteile beheimatet, die eine große kulturelle Vielfalt schaffen. Mitten in der Region befindet sich der erste und einzige Nationalpark in NRW. Prägende Ortsbilder und intakte Dorfgemeinschaften machen die Städte und Gemeinden lebenswert, die Bewohner sind stark mit ihrer Heimat verbunden. Die Kulturlandschaft der LEADER-Region ist vielfältig, wurde und wird bis heute stark durch die Landwirtschaft vor allem mit Grünlandnutzung und Forstwirtschaft, im Osten der Region auch durch Ackerbau, geprägt. Fast 50 Prozent der Region wird durch Waldfläche bedeckt, die heute einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor darstellt und ebenso große Chancen für die touristische Entwicklung der Region bietet. Handwerk, produzierendes und verarbeitendes Gewerbe sind in der Region stark mittelständig geprägt. Sie profitieren von der Nähe zu Aachen, Düren, Köln, Bonn und Euskirchen, den angrenzenden Ballungsräumen des Rheinlandes und der zentralen Lage in der europäischen Gemeinschaft.

„LEADER ist ein EU-Förderschwerpunkt und steht für „Liaison entre actions de développement de l´économie rurale“ = „Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“. Eine lokale Arbeitsgruppe (LAG) ist in der nordrhein-westfälischen Region Eifel im Förderzeitraum 2007 - 2013 verantwortlich für die Umsetzung des LEADER-Schwerpunktes. Die LAG ist ein Zusammenschluss öffentlicher und privater Institutionen und Personen.“

 

Zielsetzungen des LEADER-Projektes Planen, Bauen und Gestalten-Baukultur und Dorfgestaltung

Bei der Beschäftigung mit einem zukünftigen Hausbau ist der potentielle Bauherr häufig auf der Suche nach Beispielen, die als Maßgabe für das eigene Projekt dienen können. Die Dokumentation von Best-Practice Beispielen kann hier in einer anschaulichen Weise Anregungen geben. Ideen und Vorstellungen für eigene Bauprojekte könnten so entwickelt werden. Die Beispiele zeigen deutlich, wie Bautradition mit heutigen funktionellen Wohn- und Arbeitsanforderungen in moderner Formensprache neu interpretiert und umgesetzt werden können.

Mit dem Projekt sollen aussagekräftige und praxisorientierte Handlungsempfehlungen zum regionaltypischen Bauen in der nordrhein-westfälischen Eifel gegeben werden.

 

Förderung der Baukultur und Dorfgestaltung durch:

  • Sensibilisierung der Bürger, Verwaltungen, politische Entscheidungsträger und Planer für dorfgerechte Lösungen zum Erhalt der unverwechselbaren Ortsbilder.
  • Formulierung baukultureller Qualitätskriterien und Alleinstellungsmerkmale durch die Darstellung von ortsprägenden Prinzipien und regionaltypischer Material-, Farb- und Formensprache.
  • Stärkung angepasster Siedlungsstrukturen an klimatische und ökologische Bedingungen unter Berücksichtigung aller Aspekte einer nachhaltigen Siedlungs- und Landschaftsentwicklung.

Zielgruppe des Projektes

  • Bürgerschaft der Ortsteile und Gemeinden
  • Gemeinde- und Kreisverwaltungen
  • die verschiedenen Ebenen der Politik
  • Stadtplaner
  • Architekten und Ingenieure
  • Schüler aus den Schulen der Region
  • Manager und Projektentwickler aus den Bereichen Kultur und Tourismus
  • Touristen

 

Arbeitsweise der Projektsteuerung

  • Erstellung eines Informationsbuches mit eifelspezifischen, prägenden Prinzipien der Siedlungs- und Bautypologien der Region Eifel NRW
  • Erstellung von exemplarischen städtebaulichen und baulich-konstruktiven studentischen Entwürfen an unterschiedlichen Standorten mit spezifischen Problem- und Fragestellungen der Region
  • Schaffung eines regionalen Vermarktungs- und Vermittlungskonzeptes mit einer Ausstellung und Tagung
  • Schaffung eines Internetauftritts mit integrierter Materialsammlung auf www.baukultur-eifel.de
  • Erstellung eines Bildungsangebots durch Unterrichtsreihen für unterschiedliche Zielgruppen in Zusammenarbeit mit Lehrern aus der Region

 

Prof. Rolf Westerheide, Projektleiter

Institut für Städtebau und Landesplanung, RWTH Aachen University

 

 

 

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