Blick auf das modernisierte Gebäude und neu angelegte Hoffläche
Blick auf das modernisierte Gebäude und neu angelegte Hoffläche
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Gastronomie - Heimbach

Das historische Fachwerkgebäude mit ehemaligem Weinlokal im Erdgeschoss liegt an der Teichstraße, gegenüber der Wallfahrtskirche St. Clemens in der Heimbacher Altstadt. Die Stadt Heimbach, bekannt als ein anerkannter Luftkurort im Kreis Düren, geht in ihrer heutigen städtischen Ausprägung auf die Burg Hengebach zurück. Gründungsgrund des Ortes war sicherlich die Nähe zur Burg, dem fränkischen Herrschaftssitz und die vorteilhafte Tallage im Flusstal der Rur. Heute ist Heimbach neben der benachbarten Rurtalsperre ein beliebtestes Naherholungsgebiet.  

Das Objekt Teichstraße 12 verfügt über zwei Vollgeschosse und ein Satteldach und steht traufständig zum Straßenverlauf. Im Zuge der Sanierung mehrerer Gebäude in der Teichstraße wurde das Nachbargebäude aufgrund massiver Feuchteschäden abgerissen. Durch den Wegfall dieses Gebäudes entstand an der Giebelseite ein kleiner seitlicher Taschenplatz. Dieser ermöglicht jetzt eine Erschließung über die Giebelseite und schafft einen neuen Außenraum für die Gastronomie.

Das Gebäude wurde in der Vergangenheit mehrfach umgebaut. Zuerst nach dem Wiederaufbau und der Beseitigung von Kriegsschäden nach dem zweiten Weltkrieg und dann durch Umbaumaßnahmen des Erdgeschosses für eine gastronomische Nutzung. Dabei kam es teils zu starken Eingriffen in die Bausubstanz, wie z.B. den Einbau von Stahlträgern im Erdgeschoss. Die gesamte Fassade des Gebäudes bestand aus einem regelrechten Materialmix aus Mauerwerk, Putz, Fassadenbekleidung aus Schieferplatten und horizontaler Holzverschalung.

Aufgrund massiver Schäden am Fachwerk konnte dieses nicht freigelegt gezeigt werden, daher wurde das gesamte Gebäude mit einer Holzverschalung, auch zu einer besseren Dämmung des Gebäudes, versehen. Die kubistische Erscheinung des Gebäudes wurde noch durch die graue Dacheindeckung und die in die Traufe integrierte Dachrinne verstärkt.

Der Außenbereich liegt unmittelbar gegenüber des Treppenaufganges zur St. Clemens Kirche und schafft somit ein interessantes städtebauliches Gefüge. Der kleine Taschenplatz wird besonders im Sommer durch die Gastronomie genutzt, soll aber langfristig auch öffentlichen Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Die Rückwand des Nebengebäudes wurde in derselben Holzverschalung der Fassade gestaltet. Bepflanzungselemente sorgen für die sanfte Abgrenzung zum Straßenbereich und schaffen dadurch einen Hofcharakter.

Ein besonders schönes Detail ist das kleine quadratische Fenster im Dachgeschoss, das mit seiner roten hervorstehenden Fenstereinfassung die ochsenblutroten Fenstereinfassungen der Fachwerkhäuser in der Teichstraße neu interpretiert. Es setzt einen besonders gelungenen Akzent in der Fassade.  

Das Beispiel zeigt sehr anschaulich, wie in Altstadtsituationen nach Abriss von baufälligen Bauten städtebauliche Chancen für den Straßenraum entstehen und so neue Außenräume gestaltet werden können. Vorbildlich wurden hier zwei Grundstücke einer neuen, gemeinsamen Nutzung zugeführt und schaffen jetzt einen neuen Stadtraum. Das Objekt wurde durch den Holzbaupreis 2008 ausgezeichnet. 

Grundrisse, Schnitte und Ansichten des Objektes befinden sich in der Bilderleiste.

 

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